Die Landesstiftung Opferschutz Schleswig-Holstein

Am 30. März 2009 wurde die Landesstiftung Opferschutz Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel errichtet. Kapitalgeber ist das Land Schleswig-Holstein.

Satzungsgemäßer Zweck der Stiftung ist die Hilfe für Opfer von Straftaten (§ 2 Absatz 1 der Satzung der Stiftung). Die Stiftung kann unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung für Opfer von Straftaten durch die Gewährung einmaliger Zahlungen in Höhe von maximal bis zu 5.000,-- € leisten, entweder zum Ausgleich materieller Tatfolgen oder als Schmerzensgeldersatz. Entsprechende Zuwendungen können auch Angehörige oder Hinterbliebene des Opfers erhalten.

Voraussetzung für die individuelle Unterstützung von Opfern einer Straftat ist insbesondere, dass die verletzende Straftat in Schleswig-Holstein nach Errichtung der Stiftung begangen wurde. Wurde die Tat außerhalb Schleswig-Holsteins begangen, kann eine Zahlung dann gewährt werden, wenn das Opfer zum Zeitpunkt der Tat in Schleswig-Holstein seinen gewöhnlichen und rechtmäßigen Aufenthalt hatte.

Darüber hinaus kann eine Zuwendung in der Regel nur gewährt werden, wenn der Täter wegen der Tat strafgerichtlich verurteilt worden ist. Die Stiftung kann Zuwendungen aber auch schon vorher gewähren, vor allem wenn ein Täter nicht ermittelt werden konnte oder flüchtig ist oder wenn mit dem Vorliegen einer strafgerichtlichen Entscheidung in zumutbarer Zeit nicht zu rechnen ist. An gerichtliche Feststellungen ist die Stiftung insoweit nicht gebunden.

Die Zuwendungen sollen als ergänzende Hilfe für die Opfer von Straftaten gewährt werden. Soweit

- kein gesetzlicher Leistungsanspruch besteht (z.B. nach dem Opferentschädigungsgesetz, aber auch   gegenüber Krankenkassen, dem Sozialversicherungsträger u.s.w.),
- nicht von anderen Opferhilfeeinrichtungen Hilfe geleistet wird,
- kein eigenes Vermögen vorhanden oder einsetzbar ist und
- Schadensersatzansprüche gegen den Täter oder Dritte nicht verwirklicht werden können,

kann die Landesstiftung durch eine Einmalzahlung die materiellen und immateriellen Tatfolgen ausgleichen helfen. Einzelheiten regeln die Zuwendungsrichtlinien der Stiftung.

Anträge auf Unterstützung können bei der Geschäftsstelle der Stiftung in Kiel, Zum Brook 4, gestellt werden.

Eine persönliche Beratung oder Betreuung von Opfern wird von der Stiftung nicht geleistet. Die Stiftung kann jedoch gemeinnützige Organisationen, deren Engagement der Betreuung von Opfern gilt und zu deren Aufgaben insbesondere die individuelle persönliche Hilfeleistung für Opfer oder die Durchführung von Opferzeugen-Betreuungsprogrammen gehört, durch einmalige finanzielle Zuwendungen bis zu einem Betrag von 5.000,-- € unterstützen.